Jugendcamp an der Ardèche

So eine Jugendfreizeit ist wahrlich kein Urlaub, denn die Verantwortung für so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die ständige Bereitschaft, ein offenes Ohr zu haben, zehren schon an den Kräften. Aber wenn eine Freizeit an einem so schönen Ort stattfindet und so gut läuft, dann gibt es durchaus mal Momente, in denen es sich wie Urlaub anfühlt.

Begonnen hat die Reise an die Ardèche in Südfrankreich wie immer mit der langen Anreise per Bus. Rund 18 Stunden waren wir unterwegs, bevor wir müde und erschöpft, aber (dank der tollen Busfahrer) sicher unser Ziel erreicht hatten.

Auf dem Parkplatz vor dem Campingplatz wurden wir dann herzlich von unserer Küchencrew empfangen, die wieder vorausgereist war.

Sie hatte noch etwas von der großen Hitze (fast 40°C) erlebt, die dort zuvor geherrscht hatte. Wir hatten da etwas mehr Glück, auch wenn das in den ersten Tagen den ein oder anderen Regenschauer und Gewitter bedeutet hat. Doch alles blieb im Rahmen und so erlebten wir herrliche erste Tage mit (für mich) äußerst angenehmen Temperaturen von etwa 24°C. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden das noch etwas kühl. Sie kamen im Laufe der zwei Wochen aber noch auf ihre Kosten.

Der Campingplatz war super beschattet und zur Abkühlung gab es auch noch den herrlich wohltemperierten Fluss Ardèche vor der Tür, in dem wir jeden Tag gebadet haben. Dort gab es nicht nur felsige oder steinige Abschnitte, sondern auch viele Buchten mit Sand, über die es sich herrlich leicht ins Wasser steigen ließ. Eine tolle Abwechslung waren die vielen Quellen, die bei unserem Schwimmplatz im Sand und aus den Felsen entsprangen und der Ardèche äußerst kaltes Wasser zuführten.

Hier war die erst Mutprobe schnell gefunden: Erst möglichst lange im kalten Quelltopf sitzen, um dann ins herrlich warme Wasser des restlichen Flusses zu rutschen.

Schön war auch die Möglichkeit, von einem ca. 3 Meter hohen Felsen in den Fluss zu springen, weil das Wasser dort ein Becken von fast 5 Metern Tiefe ausgewaschen hatte.

Doch der Fluss bot noch mehr Aktivitäten: nämlich das Kanufahren. Am zweiten Tag wurden wir von einem Guide eingewiesen und konnten dann immer auf 10 Kanus zugreifen und damit fahren – und uns so auf unsere beiden großen Touren vorbereiten, die jeweils ein Teil der Gruppe unternommen hat. Sie waren für mich das absolute Highlight.

Die erste Tour führte 8 km den Fluss hinab zum Pont d‘Arc, einem natür-lichen Felsbogen. Auf dem Weg gab es so manche Wasserrutsche und Strom-schnelle zu meistern.

Die zweite Tour dauerte zwei Tage und führte uns 32 km flussabwärts durch den gesamten Caňon, den die Ardèche hier in die Felsen gegraben hat. Teilweise stiegen die Wände fast 300 Meter steil neben dem Fluss an. Und immer wieder staute sich dieser an Geröllmassen, die der Fluss jedes Jahr mit sich führt und  bildete dort Stromschnellen, die gemeistert werden wollten.

Manche davon sahen harmlos aus, hatten es aber trotzdem in sich. Das fand jeder schnell heraus, der dort kenterte, was quasi jedem einmal passiert ist.

Deshalb war es gut, dass wir alle mit Helm und Rettungswesten ausgestattet waren und wussten, wie wir uns im Notfall zu verhalten haben. Hart war dann – zumindest für mich – die Übernachtung im winzigen Zelt auf der dünnen Isomatte. Aber dafür wurden wir am nächsten Tag mit ganz viel herrlichen Natureindrücken belohnt, die sich kaum beschreiben lassen.

Doch neben den Aktivitäten am Fluss wurde natürlich noch ganz viel Anderes geboten. So ging es einmal mit dem Bus in die mittelalterliche Stadt Avignon und ans Mittelmeer.

Und abends gab es jede Menge tolle Spiele. Überhaupt war die gute Gemeinschaft unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und mit den Teamern wieder einmal das größte Erlebnis auf dieser Freizeit.

Denn so war für jede und jeden immer jemand da, mit dem sie oder er zusam-men spielen, reden, chillen usw. konnte.

Einen großen Anteil an dieser wunderbaren Entwicklung hatte natürlich das Küchenteam, das uns jeden Tag lecker bekocht und versorgt hat. Dazu kamen noch die anderen ehrenamtlichen Teamer, die immer und überall bereit waren, sich und ihre Zeit für die Jugendlichen einzusetzen und so wesentlich mit dazu beigetragen haben, dass die Freizeit so gut gelungen ist.

Aber auch die vier Bibelarbeiten und die beiden Gottesdienste (einer davon am Flussstrand) oder die abenteuerliche Wanderung zum rund 300 Meter hohen Felsen über dem Fluss, trugen zur Gemeinschaftsbildung bei.

So waren wir alle traurig, als die Freizeit nach der ebenfalls langen Rückfahrt schon wieder vorbei war.

 

 

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