Jugendcamp 2015

56 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 11 Teamer für die Betreuung, 3 Teamer in der Küche, 22 Steilwandzelte, 1 Küchenzelt, 1 Aufenthaltszelt, 10 Übernachtungen, 18 Stunden Busfahrt hin und 18 Stunden zurück, 2 Tagesausflüge, 4 Bibelarbeiten, 2 Gottesdienste, Mittelmeer, Lagune und Pool zum Baden, ca. 770 Baguettes, unzählige Kilo Nudeln, Reis, Cornflakes, Schokoflocken, Margarine, Nutella und viele Liter Wasser und Milch – das sind die Zahlen, die unsere Jugendfreizeit in Frankreich umschreiben.

2015 Jugendcamp 2Doch so aussagekräftig sie auch sind – von dem, was wir miteinander erlebt haben, erzählen sie nicht viel. Aus ihnen kann man z. B. nicht ersehen, dass schon die 18-stündige Anreise im Bus quer durch Deutschland, Luxemburg und Frankreich die Gruppe, die sich bis dahin ja nur teilweise kannte, zusammengeschweißt hat. Aber auch der Halt, den die feste Tagesstruktur mit Morgen- und Abendandacht, drei gemeinsamen Mahlzeiten, Kreativangeboten am Nachmittag und Spielen am Abend der Gruppe gegeben hat, ist aus den Zahlen nicht ersichtlich.

Aus den 71 Personen wuchs in den ersten Tagen auf dem Platz eine gute Gemeinschaft zusammen. Dazu hat auch ein Gewitter mit Regen beigetragen, bei dem sich ein Teil der Gruppe zum gemeinsamen Singen ins Waschhaus geflüchtet hat, während ein anderer Teil im Bulli Hörspiele gehört und der Rest im Küchenzelt verschiedene Spiele gespielt hat.

Aus diesem guten Gruppenklima heraus fanden sich dann tagsüber immer wieder neue Kleingruppen zum Spielen, Reden, Singen oder einfach mal zum Chillen zusammen. Dabei waren die Teamer mal der Motor für Aktionen und mal Teil des Ganzen.

Zum guten Gruppenklima trugen natürlich auch die verschiedenen Großspiele am Abend bei. So war das Krimidinner, bei dem alle den Mörder ermitteln mussten, während es köstliche Dinge zu essen gab, ein gelungener Auftakt. Aber auch die Wahl des Trash-Modells beim Bergfest, der Theaterabend und das leckere „Jelli-Belli-Quiz“ haben viel Spaß gemacht. Und beim ZDF-Abend konnten wir dann alle wieder staunen, was unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch so alles drauf haben: Von Ballakrobatik über Tische klettern bis zum Ausdruckstanz war wieder alles dabei, was große Freude gemacht hat.

Super waren auch die beiden Ausflüge, von denen der erste nach Carcassonne ging, dessen Altstadt uns sofort mit ihrem mittelalterlichen Flair für sich eingenommen hat. Die alten Mauern und Gassen waren sehr beeindruckend, auch wenn das völlig auf Touristen abgestimmte Einkaufsangebot unseren ‚Teilis‘ nicht so zugesagt hat. Doch diejenigen, die unbedingt shoppen wollten, kamen beim zweiten Ausflug nach Montpellier auf ihre Kosten – eine wundervolle Stadt mit vielen kleinen Gassen und Geschäften.

Schön waren auch wieder die Abendandachten unserer ehrenamtlichen Teamer, die auf eindrucksvolle Weise von ihren Erfahrungen mit Gott und der Welt erzählt haben. Hier knüpften auch der Abendmahls- und der wie immer sehr bewegende Segnungsgottesdienst am Strand an. Aber auch die Bibelarbeiten fügten sich gut in die Freizeit ein. Noch nie ist hinterher in einer so großen Gruppe so intensiv über die dort angerissenen Themen weiter diskutiert worden wie auf dieser Freizeit.

Es war also wieder eine sehr intensive Zeit mit viele guten Gesprächen und Erlebnissen, von denen sich die meisten gar nicht berichten lassen, weil es so viele kleine schöne Details sind, die sich zu dem Großen und Ganzen der Freizeit zusammensetzen (z. B. der schöne Wind, der – wenn er geweht hat – immer dafür gesorgt hat, dass die Temperaturen erträglich blieben). Und so hoffe ich, dass wir auch im nächsten Jahr in Italien (in der Lagune von Venedig) wieder eine ähnlich schöne Zeit erleben werden.
Thomas Herzberg

Leitung: Kimm Stefan Herlyn (MT-F und Jugenddienst
der Evangelischen Jugend Osnabrück)
Thomas Herzberg (Ev.-luth. Martinskirche)
Bodo Spangenberg (CVJM)
und Team