Jugendcamp 2018

Ein Freizeitbericht:

Wenn nur diese lange Busfahrt nicht wäre …!

Immer wieder schießt mir dieser Gedanke durch den Kopf als meine Frau mich am Montag, den 2. Juli zum Bus bringt, der uns nach Kroatien bringen soll. 16 Stunden in diesem Kasten und ich weiß schon jetzt ganz genau, dass ich wieder nicht richtig schlafen werde…..

Doch als dann die Reise in den Süden beginnt, sind all diese negativen Gedanken schon ganz weit weg, denn auf dem Parkplatz habe ich gleich so viele vertraute Gesichter entdeckt. Und auch mit einigen neuen TeilnehmerInnen bin ich schon kurz ins Gespräch gekommen, so dass die Reise schon begonnen hat, bevor es losgeht. Und die 16 Stunden Busfahrt werden wieder ihr Übriges dazu tun, dass wir in Kroatien schon ein bisschen als Gruppe aus dem Bus steigen werden.

Und dass dies auch wirklich geschieht, ist auch gut so, denn als wir morgens um 9 Uhr auf dem Campingplatz ankommen, ist dort noch nicht alles fertig, weshalb die Küche uns nicht, wie sonst üblich, schon mit etwas Leckerem empfangen kann.

Aber es liegt nicht am Küchenteam, sondern am Reiseanbieter, der die Küche nicht rechtzeitig ausgestattet hat. Doch die Gruppe wird damit fertig, auch Dank unserer wunderbaren Teamer, die sich gleich mit allen zum Strand aufmachen und Schwimmen gehen, bis alles fertig ist, weshalb auch der erste Tag vor Ort schon zu einem gelungenen Tag wird.

Und so wie es begonnen hat, geht es wunderbar weiter. Ein guter Tag reiht sich an den anderen. Daran kann auch der Umstand nichts ändern, dass es ca. jeden zweiten oder dritten Tag einen Regenschauer gibt. Doch die Zelte sind dicht und die Stimmung gut, so dass uns der Regen nicht stört.

Nur auf der Bootstour hätten wir uns alle natürlich besseres Wetter gewünscht. Aber auch so wird die 7 stündige Fahrt auf dem Boot zu einem tollen Erlebnis für alle. Vor allem das Baden in den Buchten voll blaugrünem klaren Wasser und die Sprünge vom Oberdeck sind das Highlight der Freizeit.

Toll sind auch die Disko an Deck und die Berg- und Talfahrt auf den Wellen. Und dass manche von uns sogar das Schiff steuern durften, bleibt ebenfalls in guter Erinnerung.

Aber auch im Camp ist die Stimmung gut, denn durch den Felsenstrand gleich am Campingplatz ist Schwimmen immer möglich und das abwechslungsreiche Programm mit vielen Workshops (Perlentiere basteln, Freundschaftsbänder knüpfen, Linoldruck, Origami, Kartenspiele lernen usw.) tut sein Übriges.

Auch wenn offiziell kein Programm angeboten wird, findet sich immer jemand, der Lust hat, UNO oder Ligretto oder Doppelkopf zu spielen. Sprich, weil immer was los ist, ist „Langeweile“ ein Fremdwort im Camp.

Und wer mal ein wenig Ruhe braucht oder morgens nicht mehr schlafen kann, weil die Sonne sein Zelt in einen Bratschlauch verwandelt, der chillt gemütlich auf der Wiese oder liest ein Buch.

Das Abendprogramm kann sich ebenfalls sehen lassen. Denn an einem Abend ist die kroatische Präsidentin zu Gast, am anderen Abend hat das Casino geöffnet und am dritten läuft die Show „Wetten nicht“. Aber auch der Theaterabend findet wieder großen Anklang und ebenso die Retro-Show. Wie immer ist aber der ZDF-Abend am Ende der Freizeit der Höhepunkt, weil dort alle ihre Talente zeigen können, wie immer mit erstaunlichen Überraschungen.

Gut gelungen sind die fünf Bibelarbeiten, bei denen wir wunderbar mit den TeilnehmerInnen und untereinander ins Gespräch gekommen sind. Aber auch die Abendandachten, die von Teamern und einmal auch von Teilnehmern gestalten worden sind, sind immer ein gelungener Abschluss der vielen erlebnisreichen Tage. Nicht zuletzt die beiden schönen Gottesdienste, einer davon direkt am Meer, sind Erlebnisse der besonderen Art, weshalb wir uns in diesen 14 Tagen Gott nahe gefühlt haben und gemerkt haben, dass wir von ihm begleitet worden sind.

Und so wurde im Laufe der Tage aus einem Haufen von 55 einzelnen Menschen bzw. kleinen Grüppchen eine große eng vernetzte gute Gemeinschaft, die viel miteinander erlebt hat, weshalb uns allen dann der Abschied sehr schwer gefallen ist. Doch zum Glück gab es vor dem Abschied noch eine 16 Stunden lange Rückreise im Bus, die den Abschied verzögert hat.

Thomas Herzberg