Jugendcamp 2019

Mit Jugendlichen auf einen Campingplatz nach Norditalien fahren – „Lohnt das?“ mag der eine oder die andere vielleicht fragen.

Auf jeden Fall! Denn haben Sie schon einmal einen Grottenolm in seinem natürlichen Lebensraum gesehen? Nicht? Wir schon. Er lebt (unter anderem) in einer Tropfsteinhöhle im benachbarten Slowenien. Bei einem unserer Tagesausflüge auf der Freizeit sind wir dorthin gefahren – und haben  die größte touristisch erschlossene Tropfsteinhöhle Europas besucht.

Dieser Besuch hat uns wirklich alle beeindruckt. Schon die Ankunft bei der Höhle war faszinierend. Denn nicht nur die Höhle selber ist perfekt für Touristen erschlossen, sondern auch das Drumherum ist hervorragend organisiert. So kann die große Anzahl an Besucherinnen und Besuchern mühelos bewältigt werden. Und schon bevor es in die Höhle ging, sind wir natürlich dem Grottenolm in sämtlichen Varianten und Farben als Plastik- oder Stofftier begegnet.

So sehr ich sonst so touristisch überlaufene Orte fürchte, hier hatte alles Stil – und gepaart mit der Gastfreundlichkeit der Slowenen war es sogar ein echtes Erlebnis.

Wir hatten uns vorher anmelden können, dadurch ging alles ganz reibungslos vonstatten. Pünktlich um 11.00 Uhr konnten wir in den Höhlenzug einsteigen. Und dann begann eine atemberaubende Fahrt durch die ersten 3 km der Höhle. Schon unterwegs gab es jede Menge wunderschöner Tropfsteine zu bestaunen.

Am Bahnhof in der Höhle angekommen, folgte dann eine einstündige Tour zu Fuß durch die größten und faszinierendsten Höhlen dieser Unterwelt, die schon wegen ihrer Größe, aber auch aufgrund der Schönheit ihrer Stalagtiten und Stalagmiten sehr beeindruckend waren.

Und am Ende gab es dann eines der dort lebenden Exemplare des Grottenolms in einem extra für ihn eingerichteten Terrarium zu sehen – mehr zu erahnen, denn das Terrarium musste ja dunkel gehalten werden. Nicht nur wegen des Grottenolms hat sich dieser Ausflug wirklich gelohnt.

Nach der Höhlentour ging es in die Hauptstadt Sloweniens, nach Ljubljana. Und auch hier erlebten wir wieder die großartige Gastfreundschaft und Offenheit der Slowenen, weshalb wir uns auch hier an dieser Stadt am Fluss sehr wohl gefühlt haben.

Doch dies war nur ein lohnender Tag im Rahmen unserer 14-tägigen Sommerfreizeit mit 42 Jugendlichen und 10 Teamern. Auch die anderen Tage auf dem großartigen Zeltplatz in Duino waren wunderbar. Eine Fahrt mit Jugendlichen – mit all der Anstrengung, die das für uns als Hauptamtliche und die ehrenamtlichen Teamer bedeutet – lohnt sich eben nicht nur wegen solcher Ausflüge, sondern vor allem aufgrund des vertrauten Miteinanders, das bei diesen Freizeiten entsteht.

Und das wuchs schon auf der Nachtfahrt nach Norditalien vom 4. auf den 5. Juli 2019. Das lag natürlich vor allem daran, dass wir viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon vorher kannten, weil sie aus einer unserer Gemeinde stammen oder auch, weil sie schon mehrmals mit uns unterwegs gewesen sind.

Wie immer entstanden zunächst Grüppchen aus denjenigen, die sich bereits kannten. Doch da alle offen für neue Begegnungen waren, wurden diese Grüppchen schnell für andere durchlässig und vermischten sich nach und nach immer mehr, bis sich eine große Gemeinschaft gebildet hatte, in der jede mit jedem etwas unternehmen konnte.

Mit dazu beigetragen haben natürlich auch die vielen gemeinsamen Aktivitäten, die wir als Team für die Gruppe angeboten haben, wie zum Beispiel die Spieleabende.

Schon der Mafia-Abend war da ein Highlight, weil alle Teamer in eine mafiöse Rolle schlüpfen mussten, sehr zur Erheiterung der Jugendlichen.

Aber auch der Zirkusabend mit Clown, Dompteur, Muskelmann, Wahrsagerin und Seiltänzer machte viel Freude genauso wie das Bergfest mit seinen Rätselaufgaben.

Und natürlich durften auch in diesem Jahr der Theater-Abend und der ZdF-Abend (Zeig deine Fähigkeiten) nicht fehlen, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer alles gaben. Großartige Theaterstücke mit toll geschminkten Friseuren, seltenen Tierarten und alkohollastigen Partys wurden da aufgeführt und sogar eine Geschichte aus den Metamorphosen des Ovid wurde gekonnte zitiert. Und auch die jeweilig gezeigten Fähigkeiten ließen uns teilweise staunen, auch wenn dabei der Lärm der allabendlichen Animation am Pool (durch die Zeltplatz-Betreiber) leider die Verständigung etwas gestört hat.

Lohnend war auch der schöne Pool, der Abkühlung brachte, obwohl wir für italienische Verhältnisse zum Glück relativ kühle Tage verleben durften. Und die Animation mit gemeinsamen Tanz wurde von einigen unserer Jugendlichen durchaus gerne genutzt, während andere ihren gut gehüteten Ort mit freiem WLAN besuchen gingen. Aber auch die Tour zum Strand mit der Bimmelbahn war beliebt. Leider waren die Abfahrtszeiten mit unseren Essenszeiten nicht so gut kompatibel.

Apropos Essenszeiten: Ohne das Küchenteam Hannah, Joschka und Bodo wäre die Freizeit natürlich niemals so gut angekommen. Denn die drei trugen als wichtiger Faktor mit ihrem anstrengenden Dienst zum Wohlbefinden aller bei. Dabei waren wir immer wieder erstaunt, was die drei da im heißen Zelt auf ihren drei Gaskochern gezaubert haben! Und alles war total lecker.

Aber auch die fünf Bibelarbeiten und zwei Gottesdienste so wie die täglichen Andachten haben zum guten Klima auf der Freizeit beigetragen.

Die Bibelarbeiten und Gottesdienste standen unter dem Motto „Lohnt das?“, eine Frage, die mit Hilfe verschiedener Bibelverse jeweils unter einem anderen Aspekt betrachtet wurde. Dabei kamen gute Gespräche zustande. Die Gottesdienste – einer mit Abendmahl, der andere mit persönlicher Segnung – waren eine gute Ergänzung zu den in den Bibelarbeiten besprochenen Themen und haben viele bewegt. Ebenso die Abendandachten, die von unseren Teamern gestaltet wurden, waren immer etwas Besonderes für die Jugendlichen, weil hier die Teamer über ihre Gefühle und Gedanken zum Thema Glauben gesprochen haben – und nicht nur wir Hauptamtlichen. Und wie immer war dabei natürlich auch das gemeinsame Singen ein Höhepunkt der Freizeit.

Dazu kam ein zweiter Ausflug in eine typisch italienische Stadt, Udine, der allen auch viel Freude gemacht hat.

Und so würde ich sagen, diese Freizeit hat sich für alle gelohnt. Wir als Team sind jedenfalls mit vielen wunderbaren Erinnerungen an diese tollen Tage auf dem Campingplatz in Duino zurückgereist, die all die Mühen, die so eine Freizeit immer bedeutet, vergessen lassen. Auf die Frage „Lohnt das?“ würden wir alle laut mit „Ja!“ antworten.

Thomas Herzberg